Achtung: 

aus organisatorischen Gründen findet der Kinoabend im Mai am 2. Mittwoch im Monat statt.

14. Mai 2025 | 20 Uhr

Gloria!

Musikfilm | 2024 | Italien, Schweiz

105 min

Chor-Mädchen in einfachen Kleidern singen Acappella. Dazu sieht man - ganz im Rhythmus der Musik - die anstrengenden Arbeiten der einfachen Mägde: das Polieren eines Kessels, das Fegen des Hofes, das Ausschlagen nasser Bettlaken, das Schrubben von Wäsche, das Schneiden von Sellerie, das Klappern von Kochgeschirr. Die Mädchen und Frauen leben im Kollegium Sant Ignazio Ende des 18. Jahrhunderts, einem fiktiven Ort, angelehnt an die vier Bildungseinrichtungen in der Nähe Venedigs, in denen verwaiste Mädchen eine musikalische Ausbildung erhalten haben, und zu Chormädchen wurden, um in Gottesdiensten eingesetzt zu werden. Ein Ort, der hohen Besuch erwartet:

 

"Ich will ein Konzert zu Ehren von Papst Pius des 7. ausrichten, und ihr schreibt es. Ihr seid doch des Komponierens noch mächtig."

"Natürlich."

"Und warum bekommen wir sonntags immer dasselbe zu hören und niemals was Neues?"

Filmszene

 

Schreiben und Dirigieren soll das Konzert zu Ehren des Pontifex der unfähige und alte Kappellmeister.

 

Die fünf Protagonistinnen des Films sind Lucia, Bettina, Marietta, Prudenza - allesamt Chormädchen - und die angeblich untalentierte, stumme Teresa, die in einer Abstellkammer ein Pianoforte entdeckt und durch ihre Liebe zur Musik langsam die Anerkennung der anderen Mädchen gewinnt. Gemeinsam verstoßen sie gegen die Konventionen ihrer Zeit und erfinden eine rebellische, leichte und moderne Musik – die Geburtsstunde der Popmusik.

 

"Gloria!" ist das Regiedebüt der italienischen Sängerin Margherita Vicario. Es erinnert ein wenig an das Musical "Stomp" - nur im historischen Gewand. 

 

  

Regie: Margherita Vicario

Drehbuch: Anita Rivarolli, Margherita Vicario

Produktion: Valeria Jamonte, Manuela Melissano, Carlo Cresto-Dina, Katrin Renz

Musik: Margherita Vicario, Davide Pavanello

Kamera: Gianluca Palma

Schnitt: Christian Marsiglia

 

Besetzung

Galatéa Bellugi: Teresa („die Stumme“)

Carlotta Gamba: Lucia

Maria Vittoria Dallastra: Marietta

Sara Mafodda: Prudenza

Veronica Lucchesi: Bettina

Paolo Rossi: Perlina

Natalino Balasso: Governatore

Anita Kravos: Donna Lidia

Jasmin Mattei: Fidelia

Gioele Pagura: Giacomo

Vincenzo Crea: Cristiano

 

 

Filmkritik  

Britta Schmeis auf epd-film.de schreibt: „Mit der Beschwingtheit des Musicals erzählt Margherita Vicario diese Emanzipationsgeschichte, in der sie den Beginn des 19. Jahrhunderts mit der Gegenwart vermengt, einen mitreißenden Score präsentiert und leider sehr stereotype Figuren schafft. Armut, Leid, Vergewaltigung und Verrat singen und musizieren diese jungen Frauen einfach weg. Sich dieser unbeschwerten, teils gewitzten, wenn auch wenig tiefgründigen Heiterkeit zu entziehen, ist fast unmöglich."

 

Cornelis Hähnel auf cineman.ch schreibt: "Überhaupt wohnt dem Film eine Lebendigkeit inne, alles wirkt frisch und gar nicht historisch angestaubt, auch wenn die Bilder oftmals an die Gemälde von Vermeer erinnern. Aber es ist die unerschrockene Erzählhaltung, die den Film so modern wirken lässt, denn Vicario scheut den popkulturellen Pathos nicht, streckenweise wirkt alles wie eine seltsame Mischung aus «Sister Act», «High School Musical» und «Amadeus». Aber genau das macht «Gloria!» so besonders, furchtlos mischt sich hier Kostümfilm mit Popvideo."

  

 

Auszeichnungen 

"Gloria!" erhielt eine Einladung in den Wettbewerb um den Goldenen Bären, den Hauptpreis der Berlinale. Außerdem wurde der Film auf diesem Filmfestival für den GWFF Preis Bester Erstlingsfilm nominiert.

 

   

Quellen: Google, Wikipedia, ndr.de/kultur